Rennbericht – Turn-in-Oversteer bei den 24h von Le Mans von sim-racing.org

Nach vielen Wochen Vorbereitung startete das Team um Dennis Jordan, Tobias Polotzek und Marcel Rautter am vergangenen Samstag in die 24 Stunden von Le Mans. Wir hatten uns als Ziel gesetzt, das Auto heil ins Ziel zu bringen. Es sollte gelingen, aber ein von unglücklichen Zwischenfällen und vor allem rF2-Bugs geprägtes Rennen werden.

In der Qualifikation am Vortag konnte sich Dennis Jordan den 9.Platz sichern und war damit auch Startfahrer am Samstag. Geplant war, dass jeder Fahrer Doppelstints mit einem Reifensatz fährt, bevor der nächste Fahrer übernehmen würde.

Nach dem Start konnte Dennis seinen Platz halten und sich einen schönen Zweikampf mit Jörg Vogel vom AllStar Racing Team liefern, an dem er nicht vorbei kam. Kurz vor dem Boxenstopp schlug dann der erste Bug zu: Jonathan Lahdo von VorTex Motorsport, lief nach seinem Boxenstopp auf frischen Reifen auf Dennis auf, als sich bei der Anfahrt auf die erste Schikane beide Autos ineinander verhakten und sich erst nach einiger Zeit wieder voneinander trennen konnten.

Dadurch fielen wir auf den 13. Platz zurück, während VorTex Motorsport mit einem deutlich zerstörten Auto das Rennen sogar früh aufgeben musste. Die nächsten zwei Doppelstints verliefen für Marcel und Dennis ohne Zwischenfälle, bevor dann bei Marcels Stint wieder das Pech gleich 3x zuschlug. Zunächst fror das Bild 2x ein, trotz aller möglichen Gegenmaßnahmen scheint rF2 ein Problem mit einer aktuell weit verbreiteten Grafikkarte nicht in den Griff zu kriegen. Deshalb entschied man sich, nach einem Verlust von vielen Minuten durch Rejoins, den Wagen unverzüglich an Tobias weiterzugeben. Als Marcel in die Porsche-Kurven hatte rFactor 2 das nächste freudige Ereignis parat: In der Doppellinks-Kurve, völlig ohne Wandberührung oder ähnlichem, löste sich der Wagen gefühlt explosiv auf und neben einigen Carbonteilen verabschiedeten sich auch noch der linke Vorderreifen und der rechte Hinterreifen, so wie der Heckflügel. Tobias, der in diesem Moment schon im Wagen saß, sah nur, wie sich der Wagen plötzlich im Kiesbett zwei Kurven weiter vorne befand. Nachdem sich Marcel auf zwei Reifen wieder in die Box quälte, machte sich Tobias durch Rejoin bereit, den Wagen doch noch zu übernehmen. Nach 644 Sekunden Reparaturzeit dann aber die bittere Pille: Tobias konnte das Auto nicht vorwärtsbewegen und aus Sicht von Marcel flog das Auto durch die Luft mit angezeigten 1354 km/h, ohne auch nur einen Gang einzulegen.

Damit waren wir nun eigentlich ausgeschieden. In den nächsten Minuten legte man sich den Plan zurecht, noch einige Zeit zu warten, sollte es möglicherweise irgendwann aufgrund technischer Probleme zu einem Neustart kommen. Und nur knapp eine Stunde später entschied die Rennleitung, einen Neustart durchzuführen, auch aufgrund von rF2 Bugs, aber auch wegen teilweise kurioser Fahrweise mancher Teams, die zu Unfällen führten.

Da wir das Rennen sauber beenden wollten, stiegen wir mit einem Rundenrückstand von 19 Runden wieder in das Rennen ein. Dennis übernahm den ersten Stint, dann übernahm Marcel, der mittlerweile auf die GPU-Einheit des i7-Prozessors umschalten musste und damit das Vergüngen hatte, bei einer Grafik aus den 90ern mit gefühlten 15 fps den Rest des Rennens zu fahren.

Danach übernahm Tobias zu seinem ersten Doppelstint. Als er sich unglücklicherweise nach einem Ausweichmanöver eine Stop/Go-Strafe einhandelte, war rF2 wieder in Höchstform und strich sie ihm selbst nach dreimaligem Absitzen immer noch nicht. Im Angesicht der folgenden Disqualifikation konnte man einen Admin zum Glück dazu bewegen, diese Strafe manuell zu entfernen, wobei selbst das erst beim zweiten Mal klappte. Bravo ISI!

Mit Ausnahme eines kleinen Unfalls konnte das Team die Nacht über mit einer sauberen Leistung wieder an einige andere Fahrzeuge der LMP-Klasse heranfahren. In den letzten Stints konnte man sich noch das Martini Racing Team überholen und kam am Ende auf dem 12. Platz mit 23 Runden Rückstand ins Ziel.

Trotz der vielen unnötigen Zwischenfälle fällt das Fazit positiv aus. Wir hatten sehr viel Spass, auch schon in der Vorbereitung, und die Motivation für weitere größere Events ist gewachsen. Wir möchten uns bei allen Organisatoren von sim-racing.org, allen Kommentatoren, allem voran unserem „eigenen“ Max P., und den restlichen Fahrern bedanken und hoffen, dass wir auch nächstes Jahr wieder ein Team bei diesem tollen Event an den Start bringen können!

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